VOLLMONDFEST - TRAUMSCHIFFE IN WILHELMSBURG
von Rupprecht Matthies und den Auszubildenden der BI Beruf und Integration Elbinseln gGmbH
Am 1. September 2007
14 – 16 Uhr Besichtigung der Schiffe an Land
16 – 18 Uhr Schiffstaufe und Stapellauf
Ab 18 Uhr Eröffnung des Vollmondfestes: Kanalrundfahrt zu den Schiffen, Grillen & Getränke, Ausstellung im SILBERRAUM der SCHUTE
Vom 1. September bis 1. Oktober 2007 liegen die Schiffe im Veringkanal.
Jeden Sonntag von 14.00 - 17.00 Uhr Kanalrundfahrten zu den Schiffen und im SILBERRAUM auf der SCHUTE Kaffee + Kuchen
Zusammen mit jugendlichen Auszubildenden der Metallwerkstatt der BI Beruf und Integration Elbinseln gGmbH hat der Hamburger Künstler Rupprecht Matthies in Wilhelmsburg „Traumschiffe“ gebaut. In dem zweimonatigen Projekt haben die 12 Jungen im Alter zwischen 17 und 20 Jahren dafür Fässer halbiert und mit massiven Stahlplatten versehen, die zur Aufnahme der aus Metall gefertigten Traumobjekte dienen. Bei der Auswahl der Motive und ihrer Ausführung waren der Phantasie keine Grenzen gesetzt. So gibt es ein Traumschiff, das die Form einer Segelyacht angenommen hat, aber auch ein Albtraumschiff, das die Flutwelle von 1962 thematisiert. Dass Träume sich nicht unbedingt auf die Zukunft beziehen und auch nicht ausschließlich positive Wunschträume sind, beweisen ein Schiff, das sich mit abwehrenden Händen gegen Rassismus wendet und eines, das eine Disco mitsamt Schlägereiecke darstellt. Auch die Türkei als Land wird zu einem Traumschiff gestaltet, ebenso wie eine Palmeninsel und ein Bolzplatz.
Im Prozess der täglichen Zusammenarbeit mit dem Künstler haben die Jugendlichen ihre Träume nicht nur bildlich umgesetzt, sondern auch in zahlreichen Gesprächen und Interviews formuliert. Während der acht Wochen, die sie an den Traumschiffen arbeiteten, haben die Jungen sich mit ihren eigenen Wünschen, ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen auseinandergesetzt. So entstand eine Sammlung von Begriffen, die ihnen wichtig sind. Sie zeugen vom Wunsch nach Erfolg (auch bei den Frauen) und gutem Verdienst, wie zum Beispiel die Wortneuschöpfung „Vollwenig“, die sich auf die magere Bezahlung in der Ausbildung bezieht. Daneben stehen ideelle Werte wie der Wunsch nach „Glück“, „Peace“ und „Zusammenhalt“. Die Worte werden mit dem Laser aus Metallplatten ausgeschnitten und im Silberraum der Schute ausgestellt. Zusammen mit den Schiffen, die beim Vollmondfest vom Stapel gelassen werden, ergeben die Begriffe ein komplexes Bild der Ideen und Vorstellungen der Jungen.
Bereits bei früheren Projekten, die Rupprecht Matthies mit anderen Gruppen durchgeführt hat, hat er Sammlungen von Begriffen aus Metall für Skulpturen oder Installationen verwendet. Mit diesem Projekt lässt der Künstler die Wünsche und Träume der Jugendlichen in der Ausbildungswerkstatt zu Wort kommen. Den erweiterten Kunstbegriff hat einer der Jungen im Interview treffend zum Ausdruck gebracht: „Kunst ist ja alles. Auch eine Schweißnaht.“
(Barbara Uppenkamp)
Das Projekt wird von Iris Wehberg kuratiert.

