RUTH MAY: NÄH- UND PRODUKTIONSRAUM

Ruth May nutzte von August bis November 2006 einen Teil des Ladens in der Mokrystraße 17 (Außenstelle vom Mehrzweckraum der SCHUTE) als Näh- und Produktionsraum.

Mit der handwerklich traditionellen Methode des Nähens und Stickens stellte sie in diesem Zeitraum ein großes Tuch her, dessen Darstellungen ihre Eindrücke der Zeit in Wilhelmsburg spiegeln. Diese persönlichen Eindrücke sowie eigene Zeichnungen, Fotos aus Magazinen und historische Bücher dienten ihr als Vorlage.

Die Tücher von Ruth May erinnern in ihrer Verarbeitung des Nähens und Stickens an Hippie Patchwork Decken der siebziger Jahre. Doch anstelle von geordneten und geometrisch zusammengefügten Flicken, sind die abgebildeten Figuren und Motive von Ruth May mit wildem Fadenverlauf in die Bewegungen des Faltenwurfs eingebaut und verfügen über eine starke erzählende Kraft, die zum Teil an Comicbilder erinnert. Ruth May präsentiert und installiert die Tücher auf ganz unterschiedliche Weise, wobei der Ort an dem sie gezeigt werden bzw. für den sie bestimmt sind die Art und Weise wesentlich mitbestimmt. Sie können sowohl Vorlage für ein Plattencover als auch Skulptur und Wandbehang in Ausstellungsräumen sein.

Über einen Zeitraum von gut drei Monaten konnten die einzelnen Produktionsschritte der Arbeit von Ruth May im rechten Schaufenster der Mokrystraße 17 betrachtet werden. Dieser Arbeitsraum stellte über das Schaufenster eine Schnittstelle und Teilöffentlichkeit dar, indem er zum einen privates Arbeitsatelier und zum anderen transparente Schaufläche des individuellen Arbeitsprozesses von Ruth May war.

 

Moses, Stoff, ca. 185 cm x 185 cm, 2006




Außenstelle der Schute: der Laden in der Mokrystraße 17 mit einem Fenstertuch von Ruth May