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Die Galerie für Landschaftskunst veranstaltet
in Hamburg im Sommer und Herbst 2002 ein Kunstprojekt auf einer
Schute, auf einem offenen, motorlosen Lastenkahn, wie
man ihn im Hamburger Hafen und auf den Kanälen und Fleeten
verwendet. Für die Schute entwarf der Künstler Mark Dion
die Biologische Forschungsstation Alster, eine Holzhütte mit
einer gewässerökologischen Forschungsstation: Ein Forscherarbeitsplatz
mit einer Laboreinrichtung und Arbeitsgeräten, einer Sammlung
von Fundstücken und Naturpräparaten aus der Alster, einer
kleinen Bibliothek, Schautafeln und Fotos. Ähnlich einem Schaukasten
ist die Hütte von allen Seiten durch große Fenster einsehbar,
selbst durch ein Fenster im Dach für den Blick hinab von der
Kaimauer. Man blickt in eine große Vitrine, in der ausgebreitet
liegt, wie man Natur beobachten könnte. Was für eine Natur
ist in der Stadt zu finden? Wie sehen Wissenschaftler auf Natur,
und welche anderen Blickwinkel könnte es geben?
Die Biologische Forschungsstation Alster liegt
vom 1. Juni bis zum 5. Juli am Herrengrabenfleet in der Innenstadt
und macht danach bis zum 30. September am nordwestlichen Ufer der
Außenalster fest. Die beiden unterschiedlichen Standorte am
selben Flußlauf stehen exemplarisch für verschiedenartige
Lebensräume und für die sich räumlich und zeitlich
wandelnde Bedeutung der Alster für die Stadt. Der städtische
Fleet als ehemaliger Verkehrsweg und heutiger Bürostandort,
die ursprünglich als Mühlenteich aufgestaute Außenalster
als Ort für innerstädtische Natur und Erholung. Die Alster
wird zum Spiegel der verschiedenen Ansprüche, die an Natur
in der Stadt gestellt werden.
Die Galerie für Landschaftskunst und viele
Veranstaltungspartner nutzen die Biologische Forschungsstation Alster
von Juni bis September 2002, um den städtischen Alsterfluß
aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erkunden und um über
Vorstellungen von Natur in der Stadt nachzudenken. Jeder ist eingeladen,
die Forschungsstation mit den ständig wechselnden Sonderausstellungen
zu besichtigen und an den Erkundungstouren, Führungen, Kursen,
Vorträgen und Diskussionen teilzunehmen.
Ein besonderes Gewicht haben auf der Biologischen
Forschungsstation Alster die von der Biologin Barbara Engelschall
konzipierten Veranstaltungen zur Umweltbildung. Das vom Künstler
gestaltete Labor bildet die Basisstation für einen Dialog von
Kunst und Naturwissenschaft. Die von der Schute ausgehenden Veranstaltungen
beinhalten Probenahme und Sammeln, Analysieren und Betrachten, Aufarbeiten
und Präsentieren. Die Objekte sind Wasser und Schlick, Tiere
und Pflanzen, aber auch Kulturgegenstände und Sinneseindrücke.
In kleinen Gruppen können die Teilnehmer die unterschiedlichen
Aspekte des Stadtgewässers erarbeiten und in gemeinsamen Ausstellungen
präsentieren. Die Veranstaltungen werden von Biologen, Künstlern
und Studenten geleitet.
Weitere Veranstaltungen von und mit De Fleetenkieker
e.V., Gartenbauabteilung Eimsbüttel, Kunstverein in Hamburg,
Hamburger Stadtentwässerung, Museumspädagogischer Dienst
der Hamburger Kunsthalle, Naturkundliche Streifzüge des Botanischen
Vereins zu Hamburg e.V., Projektgruppe von Studenten der Kunsthochschule
Hamburg (Leitung Jörn Zehe), Projektgruppe Wilhelm Walgenbach
von der Universität Hamburg, Zentrum für Schulbiologie
und Umwelterziehung Hamburg (ZSU) sowie den Künstlern Anna
Gudjónsdóttir, Florian Hüttner, Jochen Lempert,
Rupprecht Matthies und Nana Petzet.
Konzeption: Barbara Engelschall, Till Krause,
Hilmar Schäfer
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